Datenverlust ist vermeidbar
Der Verlust von Daten wirkt sich immer sehr negativ auf das laufende Geschäft aus. Ein Imageschaden als Folgeerscheinung eines Datenverlustes ist nur schwer zu korrigieren. Sollte ein Datenverlust die Buchhaltungsdaten betreffen, kann das auch zu Unannehmlichkeiten mit dem Finanzamt führen. Und der finanzielle Verlust beträgt sehr rasch mehrere Hundert oder Tausend Euro. In diesem Artikel zeigen wir die Gründe die zu Datenverlusten führen auf, erleutern die Ursachen genauer und geben Ihnen einen Überblick über robuste und sichere Datensicherungskonzepte.
Die Gründe sind oft ganz einfach:
Technischer Hintergund
Fast die Hälfte der Datenverluste sind auf Hardwaredefekte zurück zu führen. Wir nehmen an, dass Ihre Daten auf Festplatten in Ihrem PC oder Server gespeichert sind. Bei dieser, beinahe überall gängigen Methode, sollte man wichtige Aspekte bedenken. Festplatten sind sehr empfindliche Komponenten. Sie baut sich aus ein paar “metallischen Scheiben” (=Datenträger), den Lese/Schreibköpfen und der Steuerungselektronik auf. Um auf die Festplatte Zugriff zu haben, wird ein weiterer Bauteil, der “Controller”, benötigt.
Der Lesekopf bewegt sich über die drehende Metallscheibe. Stellen Sie sich einen Plattenspieler vor. Der Arm mit dem Tonabnehmer liegt auf der Schallplatte und es wird die Musik gespielt. Wenn Sie eine andere Stelle hören wollen, müssen Sie den Tonabnehmer auf dieser Stelle positionieren. Ähnliches geschieht auch bei dem Datenzugriff auf einer Festplatte. Der Hauptunterschied liegt bei der Geschwindigkeit und der Lese/Schreibmethode.
Die Metallscheiben drehen sich mit bis zu 20.000 Umdrehungen pro Minute (Vergleich: 33 oder 45 bei Schallplatten) und der Lese/Schreibkopf benötigt ca. 3 bis 20 Millisekunden um an eine andere Stelle zu springen (Angaben unterscheiden sich je nach Festplattenmodell). Natürlich ist auch der “Tonabnehmer” anders aufgebaut als bei Plattenspielern. Erstens können im Gegensatz zu einer Schallplatte die Daten auch auf den Datenträger geschrieben werden und zweitens wird anstatt eine “Datenspur” in den Datenträger zu gravieren ein magnetisches Verfahren angewendet. Das bedeutet, dass der Lese/Schreibkopf bei jedem Zugriff die magnetische Beschaffenheit auf der Metallscheibe verändert.
Damit das möglich ist, muss sich der Kopf ganz knapp über dem Datenträger bewegen, darf ihn dabei aber auf keinen Fall berühren. Der Abstand zwischen Kopf und Datenträger ist geringer als der Durchmesser eines Haares, Staub- oder Rauchpartikels. Deswegen werden Festplatten in Gehäuse eingebaut. Diese sind beinahe Luftdicht. Es gibt nur ein kleines Loch, das für den Druckausgleich sorgt und ist meist mit einem Staubfilter versehen.
Welche Aspekte sind nun zu bedenken?
1. Mechanische Aspekte:
2. Elektronische Aspekte:
Welche Methoden gibt es um Datenverlust durch Hardwaredefekte zu vermeiden:
1. Mechanische Defekte
2. Elektronische Defekte
Andere Gründe für Datenverlust
Bedienungsfehlern, Softwarefehlern, Viren, Trojanern und höherer Gewalt ist kein ausfallsicheres System gewachsen. Man kann diese Gründe zwar eindämmen (zum Beispiel durch den Einsatz von Virenscannern, Schulungen, ausreichendes Budget für Tests bei der Softwareentwicklung), aber wenn der Fall eintritt, ist man auf seine Datensicherung, besser gesagt auf die Wiederherstellbarkeit der Daten, angewiesen.
Datensicherung, oder doch nicht?
Haben Sie schon einmal Ihre Datensicherung auf die Probe gestellt?
Obwohl Datensicherung heutzutage fast überall eingesetzt wird, kann man nicht davon ausgehen, dass jeder der eine Datensicherung einrichtet, auch diese Daten wiederherstellen kann. Es passiert leider viel zu oft, dass die Wiederherstellung nicht oder nicht richtig funktioniert.
Auch die Gründe hierfür sind simpel: “Datenträger waren defekt”, “Es wurden nicht alle Daten gesichert”, “Sicherungsbänder (meist DAT oder DLT Bänder) oder andere Datenträger waren voll”, “Es wurde gar nicht gesichert” sind die häufigsten Aussagen zu diesem Thema. Meist scheitert es an den einfachsten Dingen.
Stellen Sie Ihre Datensicherung auf die Probe!
Eine Datensicherung muss mindestens einmal bei der Einrichtung und im besten Fall jedes halbe Jahr auf die Probe gestellt werden. Schließlich sollen Sie auch die Gewissheit haben, dass im Fall des Falles alles korrekt funktioniert.
Des Weiteren sollte es zur täglichen Routine werden, die Datensicherungsprotokolle durchzusehen um Fehler schneller erkennen zu können.
Wenn vor drei Tagen ein Fehler passiert ist und heute ein Defekt auftritt, so ist die Arbeit der letzten drei Tage verloren! Ein wenig mehr Sicherheitsbewusstsein pro Tag hätten dies verhindern können.
Mindestens einmal pro Monat sollte man die Datensicherungsprotokolle detailierter betrachten. Womöglich versteckt sich im kleinsten Detail ein Hinweis auf einen möglichen kommenden Schaden.
Was machen, wenn die Wiederherstellung nicht funktioniert?
Wenn es zum Desaster gekommen ist, und die Wiederherstellung nicht funktioniert, ist es sehr aufwändig und nicht garantierbar, dass Daten gerettet werden können. In diesem Fall muss das komplette System mit den Festplatten in ein Labor zur Wiederherstellung. Ob diese funktioniert und inwieweit man erfolgreich sein wird hängt von folgenden Faktoren ab:
- Physische Beschädigung (Hitze oder Kälte, Krafteinwirkungen, magnetische Einflüsse, Nässe oder andere chemsiche Einflüsse)
- Elektronische Beschädigung (Über- oder Unterspannung)
- Dauer in denen die defekten Datenträger in Betrieb waren
Fazit:
Sobald man feststellt, dass Festplatten defekt sind, und keine Datensicherung vorhanden ist (oder nicht funktioniert), sollte man sofort alles abschalten. Jede Sekunde Betrieb kann Daten, die unter Laborbedingungen wiederherstellbar sind, vernichten. Um von vornherein auf der sicheren Seite zu sein und zu bleiben müssen folgende Fragen geklärt werden:
Welche Daten müssen gesichert werden?
Wie oft müssen diese Daten gesichert werden?
Wie lange darf eine Wiederherstellung dauern?
Auf den Antworten aufbauend kann das Konzept entworfen und umgesetz werden. Die regelmässige Kontrolle der Datensicherung- und Wiederherstellung stellt im laufenden Betrieb das Rückgrat des Konzeptes dar und darf daher nicht vernachlässigt werden.




